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Piercing-Pflege: So geht's richtig

Kurz gesagt: Ein frisches Piercing ist eine offene Wunde und braucht die richtige Pflege. Die Grundregeln: nur mit sauberen Händen anfassen, den Schmuck nicht drehen oder bewegen, sanft mit steriler Salzlösung oder Kochsalzlösung reinigen, wie von der Person empfohlen, die dich gestochen hat, trocken tupfen, Reibung und Druck vermeiden und den Schmuck nicht zu früh wechseln. Die Heilung dauert je nach Stelle Wochen bis Monate. Bei deutlicher Schwellung, Schmerzen, eitrigem Ausfluss oder Fieber geh zu medizinischem Fachpersonal.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die persönlichen Anweisungen der Person, die dein Piercing gestochen hat, haben Vorrang.

Ob ein Piercing schön verheilt, hängt zum großen Teil von der Pflege ab. Selbst ein gut gestochenes Piercing kann bei schlechter Pflege gereizt werden, eine Beule bilden oder sich entzünden.

Die Grundregeln der Piercing-Pflege

Das solltest du tun

  1. Nur mit sauberen Händen anfassen: Wasch dir die Hände mit Seife, bevor du das Piercing berührst.
  2. Sanft reinigen: Mit der Methode, die dir empfohlen wurde, meist 1–2 Mal am Tag.
  3. Trocken tupfen: Mit sauberem Einweg-Küchenpapier oder steriler Mullkompresse. Fasern von Handtüchern können sich im Schmuck verfangen.
  4. Reibung vermeiden: Enge Kleidung, Mützen, Kopfhörer, Handy und Haare.
  5. Den Schmuck drinlassen: Nimm ihn nicht heraus, bis die Heilung abgeschlossen ist.
  6. Gesund essen und viel trinken: Das unterstützt die Heilung.

Das solltest du lassen

  • Den Schmuck drehen, bewegen oder daran herumspielen.
  • Mit schmutzigen Händen anfassen.
  • Alkohol, Wasserstoffperoxid, aggressive Desinfektionsmittel und parfümierte Produkte verwenden.
  • Dicke Cremes oder Salben auftragen (sie können die Haut am Atmen hindern).
  • Lange im Pool, im Meer, im Whirlpool oder in der Badewanne bleiben.
  • Den Schmuck zu früh wechseln.
  • Darauf liegen oder Druck ausüben.

Salzwasser und Kochsalzlösung

Die häufigste Empfehlung für die Reinigung ist sterile Salzlösung oder Kochsalzlösung.

  • Sterile Kochsalzlösung: Gibt es fertig in der Apotheke (steril, als Spray oder in Ampullen). Praktisch und hygienisch in der Anwendung.
  • Meersalzlösung: Manche Piercer empfehlen sie. Wird sie nicht im richtigen Verhältnis und mit sauberem Wasser angesetzt, kann sie reizen; nutze das Verhältnis, das man dir genannt hat.
  • So wendest du sie an: Tränke eine Mullkompresse oder sauberes Küchenpapier mit der Lösung und drück sie ein paar Minuten sanft auf die Stelle; dann mit sauberem Küchenpapier trocken tupfen.

Frag die Person, die dein Piercing gestochen hat, welche Methode du verwenden sollst.

Kann man zur Piercing-Pflege Creme verwenden?

Die meisten Piercer empfehlen, die Stelle sauber und trocken zu halten und mit steriler Salzlösung zu reinigen; Cremes und Salben raten sie meist ab, weil sie die Stelle abdecken und am Atmen hindern können. Bei Reizungen oder einer Beule frag die Person, die dich gestochen hat, oder deinen Arzt, was du verwenden kannst.

Die Phasen der Heilung

  • Die ersten Tage: Rötung, Schwellung, Empfindlichkeit, etwas klare Flüssigkeit
  • 1.–2. Woche: Krustenbildung, leichter Ausfluss, die Stelle ist empfindlich
  • Wochen bis Monate: Außen sieht es verheilt aus, aber das Gewebe innen heilt noch
  • Monate (je nach Stelle): Vollständige Heilung

Auch wenn ein Piercing von außen verheilt aussieht, braucht das Gewebe innen länger. Nimm den Schmuck deshalb nicht zu früh heraus.

Zusätzliche Tipps nach Körperstelle

  • Ohrläppchen: Halte Handy und Haarprodukte fern.
  • Knorpel: Vermeide es, darauf zu liegen; nimm bei Bedarf ein Nackenkissen.
  • Nase: Sei beim Naseputzen vorsichtig; lass kein Make-up an das Piercing kommen.
  • Bauchnabel: Vermeide enge Hosen und Gürtel. Bauchnabelpiercing: Arten und Pflege
  • Lippe und Zunge: Achte auf deine Mundhygiene; frag die Person, die dich gestochen hat, ob du Mundspülung verwenden kannst. Lippen- und Zungenpiercing

Wann du fachliche Hilfe holen solltest

Wende dich bei diesen Anzeichen an die Person, die dich gestochen hat, oder an medizinisches Fachpersonal:

  • Zunehmende Rötung, Schwellung und Wärme
  • Starke oder zunehmende Schmerzen
  • Übel riechender, gelbgrüner oder eitriger Ausfluss
  • Fieber und allgemeines Unwohlsein
  • Schmuck, der in die Haut einwächst

Mehr dazu im Artikel Piercing entzündet: Was tun?.

Gute Pflege beginnt mit gutem Stechen

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Häufige Fragen

Wie lange muss man ein Piercing pflegen?

Bis die Heilung abgeschlossen ist, also Wochen bis Monate. Die Dauer hängt von der Stelle ab.

Ist es schädlich, ein Piercing anzufassen?

Unnötiges Anfassen erhöht das Infektionsrisiko. Fass es nur mit sauberen Händen und nur zum Reinigen an.

Sollte ich mein Piercing drehen?

Meist wird davon abgeraten; das ist zwar ein verbreiteter alter Rat, kann aber die Reizung verstärken. Halte dich an die Anweisungen der Person, die dich gestochen hat.

Kochsalzlösung oder Salzwasser?

Beides ist verbreitet. Sterile Kochsalzlösung ist praktisch und hygienisch; entscheide nach der Empfehlung der Person, die dich gestochen hat.

Warum nässt ein Piercing?

In den ersten Wochen ist klare oder hellfarbige Flüssigkeit normal. Übel riechender, dunkler oder eitriger Ausfluss kann auf eine Infektion hinweisen.


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